Franz von Assisi


Nach dem Beispiel des heiligen Franz von Assisi wollen wir Franziskanerinnen von Bonlanden die Nachfolge Christi verwirklichen und sein Bild in unserem Leben ausprägen.

 … er wendete sein Leben

Er wendet sein Leben er wendet sich in eine neue Richtung er wendet sich dem Evangelium zu.
Neue Richtung: Wie oft muss ich anhalten und umkehren weil ich nicht weiterkomme oder weil leer ist, was ich tue. Beim Umkehren spüre ich Angst und Glück!

Denn umkehren heißt: sich abwenden von seinen Träumen, Vorstellungen als Illusionen erkennen und frei werden.
Umkehren heißt: dem noch mal zu begegnen, was man schon längst hinter sich meinte, was man schon längst gemeistert glaubte.

Umkehren heißt: plötzlich ganz andere Menschen und Situationen zu Gesicht zu bekommen und endlich falsche Verpflichtungen aufzugeben.

Umkehren heißt: die Spur seines eigenen Lebens zu sehen – und neu beginnen auf dem Weg der MICH weiterführt.
Umkehren heißt: Gottes Ruf auf der Spur sein …

 

Franziskus – ein verrücktes Leben?

Der hl. Franz von Assisi, unser Ordensgründer, wurde 1181 oder 1182 als Sohn reicher Kaufleute geboren. In der Taufe erhielt er den Namen Giovanni (Johannes). Doch da sein Vater Pietro Bernadone, ein Tuchgroßhändler, enge Handelskontakte zu Frankreich unterhielt und auch sonst die französische Kultur und Lebensart liebte, nannte er seinen Sohn „Francesco“.

Dieser sollte zunächst in die Fußstapfen seines Vaters treten und das elterliche Unternehmen übernehmen. So besuchte Franz die Kathedralschule zu Assisi, lernte Französisch und Latein und war ansonsten ein ganz normaler junger Mann. Er genoß das Leben eines privilegierten Sohnes aus reichem Hause, trieb sich mit Gleichgesinnten in den Gassen von Assisi herum und träumte davon, Ritter zu werden.

Dieser Plan scheiterte jedoch kläglich. Zusammen mit den übrigen jungen Männern seiner Heimatstadt war er in den Krieg gegen die Nachbarstadt Perugia gezogen. Statt des erhofften Ruhms und der ersehnten Ehre, geriet er jedoch in Gefangenschaft und wurde krank. Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt Assisi wusste Franz nicht mehr, was er mit seinem Leben anfangen sollte. Er steckte in einer Lebenskrise. So vernachlässigte er immer mehr seine Aufgaben im elterlichen Geschäft. Einige Male verschenkte er teuere Stoffe an Arme und Bedürftige. Dies forderte den Zorn seines Vaters heraus. 1206 kam es schließlich zum endgültigen Bruch: Vor den Augen des Bischofs und des Volkes von Assisi zog er seine Kleider aus und gab sie dem Vater zurück.

Nun begann für ihn ein neues Leben: Er kleidete sich mit einem einfachen Büßergewand aus brauner Wolle und zog sich in einsame Höhlen und abgelegene, zerfallene Kapellen zurück. Eines Tages hörte er die Stimme Jesu, als er vor einem Kreuz betete: „Franziskus, geh hin und stelle mein Haus wieder her!“ Daraufhin begann Franz verfallene Kapellen zu renovieren, da er die Aufforderung zunächst wörtlich verstand.

1209 hörte er in der kleinen Kapelle von Portiunkula das Evangelium von der Aussendung der Jünger. Dies war Anstoß für ihn unter die Leute zu gehen und zu predigen. Bald scharten sich die ersten Gefährten um ihn. Die „minderen Brüder“, wie sie sich nun nannten, zogen als Wanderprediger umher und arbeiteten bei den Leuten. Sie waren arm und fröhlich. Sie verkündeten den Frieden und die Frohe Botschaft Gottes – mehr durch ihr Leben als durch ihre Worte.

Im Jahr 1212 schließt sich Klara, eine Tochter aus adeligem Hause, als erste Frau der Gruppe um Franziskus an. Zusammen mit anderen Frauen führt sie in San Damiano, einem kleinen Kloster außerhalb Assisis, ein zurückgezogenes Leben in Armut und Gebet. Aus dieser Gemeinschaft entwickelt sich später der Orden der Klarissen.

Im Laufe weniger Jahre wuchs die Brüderschaft aus einer kleinen Gruppe von 12 Freunden zu einer weit verbreiteten Gemeinschaft. An Pfingsten 1217 trafen sich die Brüder in Assisi und beschlossen, auch in Frankreich, Spanien und Deutschland kleine Niederlassungen zu gründen. Franziskus selber ging 1219, mitten in der Zeit der Kreuzzüge, zu den Sarazenen (Muslimen), um sich (vergeblich) für eine friedliche Lösung des Konfliktes zwischen den verfeindeten Religionen einzusetzen.

Am 29. November 1223 bestätigte Papst Honorius III. endgültig die Lebensregel der Minderbrüder, die Franziskus zusammen mit einigen Vertrauten in einer Einsiedelei verfasste.

Trotz vieler innerer und äußerer Leiden blieb Franziskus, trotz Krankheit und Erschöpfung, der Bruder „Immerfroh“. Von Schmerzen gepeinigt und den nahen Tod vor Augen dichtete er den Sonnengesang, eine Einladung an die Schöpfung zum Lobpreis Gottes.

Das Leben des „Poverello“, des Armen von Assisi, steht ganz in der Nachfolge des Gekreuzigten, dem er zeitlebens nacheiferte. Wie kaum ein anderer wird er zum „zweiten Christus“. So sehr gleicht er schließlich seinem leidenden Herrn, dass er zwei Jahre vor seinem Tod als erster Mensch der Geschichte, die Wundmale Jesu Christi empfängt.

1226, am Abend des 3. Oktobers, stirbt Franziskus an der Geburtsstätte seiner Bruderschaft. Nackt, wie Gott ihn erschaffen hatte, wollte er auch sterben. So legten die versammelten Brüder ihn auf den Erdboden neben der Kapelle von Portiunkula. Dort tröstete er seine Brüder, betete zu Gott und aß zum letzten Mal die von ihm geliebten Mandelplätzchen einer Gönnerin, ehe er verschied.

Bereits knapp zwei Jahre nach seinem Tod wurde Franziskus heiliggesprochen. Bald brachte man seinen Leichnam in die prächtige Doppelbasilika „San Francesco“, die man zu seiner Ehre am westlichen Stadtrand von Assisi errichtet hatte.

Bis heute erfreut sich Franz von Assisi, über die Grenzen der Konfessionen, ja sogar über die Schranken der Religionen hinweg, einer ungeteilten Beliebtheit. Er gilt als Schutzpatron Italiens. Von Papst Johannes Paul II. wurde er zum Patron des Umweltschutzes ernannt und spätestens seit dem großen Friedensgebet mit Vertretern aller Weltreligionen 1986 in Assisi kann er auch als der „Heilige des Friedens“ gelten.

– Quelle: www.franziskaner.de –

 

 

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